hätti sötti wetti

„hätti sötti wette – schnöde u chlööne uf Bärndütsch“ – meine ersten 33 von über 100 Mundartkolumnen für den KLEINEN BUND:

Vorwort von Alexander Sury, Redaktor der Kleine Bund https://www.derbund.ch/kultur/buecher/Sie-schnoedet-und-ist-weder-Fisch-noch-Vogel/story/29725577?track

I bi i Sache Mundart weder Fisch no Vogu». Mit diesem entwaffnenden Eingeständnis hat Renata Burckhardt im Herbst 2009 in ihrer allerersten «Bund»-Mundart-Kolumne den gestrengen Mundart-Puristen und Hütern des reinen Berndeutsch den Wind aus den Segeln genommen und sich als bunten Dialekt-Mischling vorgestellt – getreu dem Motto: Ist der Ruf gleich zu Beginn ruiniert, schreibt es sich fortan wunderbar ungeniert.

Aus Kolumne Nr. 3: (…) Es heissi Pflotsch, nid Pflötsch, het ihm d Ursle gseit. Pflotsch sig ersch Pflotsch, wenns richtig viu Wasser im Schnee drinne heig. Pflotsch giebs auso, wenns heig i Schnee ine gschiffet. Gnauergno gäbs Pflotsch ersch, wenn sig gsauze worde. Denn wärd jede Fuessabdruck zum ne chlyne Tümpu. „Ach so, Schneematsch“, het dr Bernd drufabe gseit. Nei, Schneematsch entschtündi äbä ohni ds Sauze, sondern nume dürs Matschigloufe. U das sig äbä Matsch, nid Pflotsch. Matsch sig aber nid öppe ds Glyche wie dr Mätsch. Zwar chönns bym ne Mätsch o Matsch gä, aber sicher e ke Pflotsch. (…)

hätti sötti wetti

https://www.zytglogge.ch/buchprogramm/mundart/?tx_gishop_pi1%5Bpuid%5D=859

Café Monolog

Eine Erzählung über fiese weibliche Kräfte in Schiller, remixed

„Judith war eine Provokation. Man schaute ihr nach, obwohl ihre Nase gebogen, ihre Augen zu klein waren. Sie war nicht hübsch. Aber ihr Gang war, als bewege sie sich durch eine unbekannte Epoche, in der Raum und Zeit unwichtig waren. Sie glitt durch den Alltag, für den sie sich in keiner Form zu interessieren schien. Daniel war anders. Er liebte es, Menschen kennen zu lernen. Seine Leidenschaft und Begeisterung galt dem ungewissen Zustand zwischen zwei Fremden. Wenn alles noch offen stand. Und somit noch alles möglich war. Als Judith und er sich kennen lernten, liess ihn seine Erfahrung das stets Richtige tun. Er hatte eine Begabung dafür. Judith fühlte sich von ihm geschätzt und nicht zu Unrecht. Sie fühlte sich verstanden und nicht zu Unrecht. Sie fühlte sich geradezu erkannt. Es dauerte drei Tage, als er sie zum ersten Mal küsste.“

drehpunkt. schiller remixed. text cafe monolog

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